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Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?
Schreiben im strengen Sinne des Wortes seit 1998. Freilich habe ich weit zuvor – zu Beginn meines Studiums – angefangen, Gedanken, die mir kamen und wertvoll erschienen, aufzuschreiben.
Was geschah dann 1998 genau?
Konkret fing es in einem Relax-Urlaub an der Côte d’Azur an, wo plötzlich der Schlüsselgedanke für einen Buchtitel aufblitzte: „Reflexionszonenmassage“. Diese Idee brachte im Gefolge dann selbst einen Gedanken- und Reflexionsschub.
Sie nennen Ihre Aphorismen Euphorismen. Wieso?
Nun, Euphorismen, das ist ein Portmanteau-Wort aus „euphorischen Aphorismen“. Das Präfix „eu“ im Griechischen bedeutet bekanntlich „schön“ bzw. „gut“. Form und Inhalt der Aphorismen sollen sich so ansprechend entsprechen, dass sie den Leser nicht bloß in eine augenblickliche High-Stimmung versetzen, sondern ihm – durch konstruktive Kritik des Status Quo – zu Einsichten in seine Daseinsoptimierung verhelfen.
Der Untertitel Ihres Buches heißt: „Eine Reflexionszonenmassage“. Was ist darunter zu verstehen?
Reflexionszonenmassage meint einen sanften, sensiblen „approach“ an einen Bereich, der heute meines Erachtens marginalen Charakter hat, den Bereich des Geistes und des Bewusstseins, wobei hier die Sprache von zentraler Bedeutung ist. Es geht darum, Anstösse zu geben, die zu einer Verlebendigung und Verflüssigung eingefahrener Denk- und Verhaltensstrukturen führen können.
Wie entstehen Ihre „Euphorismen“?
Zunächst „blitzt“ ein Gedanke „auf“ – dieser bleibt zumeist im Bewusstsein; er arbeitet sozusagen an sich selber. Sodann tritt das kritisch-reflexive Bewusstsein in Aktion und bastelt, formt, feilt an dem Gedanken, bis er schließlich seine schriftliche Ausgestaltung findet.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Meine Absicht ist klar: mich weiter mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft dem kreativen Schreiben zu widmen. Der Schwerpunkt soll weiterhin auf Aphorismen liegen, die ich vermehrt in Gestalt von „Aha-phorismen“ unters Volk bringen möchte. Sodann möchte ich noch mehr Gedichte schreiben und mich sowohl theoretisch wie auch praktisch einer „Poesietherapie“ für den heutigen Menschen zuwenden. Den Grundstein dazu habe ich mit der Schöpfung der Logosophie gelegt. Diese soll weiter entfaltet und auch – so möglich – durch Vorträge publik gemacht werden.
Aphorismen sind ja nicht gerade Mainstream-Literatur. Stört Sie das?
Nein. Es war noch nie leicht, gegen den Strom zu schwimmen. In unserer zunehmend stromlinienförmigen Zeit, in der Querdenker langsam auszusterben drohen und Kritik eher als „anti-zeitgeistig“ gilt und wohl auch in eine echte Krise geraten ist, ist es wohl noch schwieriger. Nichtsdestotrotz muss sich Individualität gegen Vermassung und Vermessung (auch in Form der Globalisierung) behaupten und durchsetzen. Diesem Anspruch und Anliegen gerecht zu werden, sieht sich die Reflexionszonenmassage unbeirrt und nachdrücklich verpflichtet.
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